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Ich habe mein eigenes Zukunftsmanifest geschrieben. Keinen Karriereplan, keine Zielmatrix, kein Wo-sehe-ich-mich-in fünf-Jahren, sondern schlicht: „In welcher Welt will ich leben? Und wie fühlt sie sich an, wenn sie da ist?“ Plötzlich war Zukunft kein Nebel mehr, sondern ein Weg.
Im vorletzten Artikel habe ich dazu aufgerufen, ein persönliches Zukunftsmanifest zu schreiben. Da war ich selbst noch mittendrin. Inzwischen habe ich es fertig und festgestellt: Der eigentliche Effekt ist nicht das Ergebnis, sondern das, was beim Schreiben passiert.
… wie intim dieser Prozess ist. Diese Art von Zukunftsdenken macht verwundbar.
Sie legt offen, was ich mir wirklich wünsche – und was noch nicht gelebt ist.
In die Zukunft zu gehen heißt: sich zu zeigen.
… wie wenig neue Technologie die Zukunft für mich bräuchte. Und wie radikal anders die vorhandenen Technologien genutzt würden. Weniger Bildschirm. Mehr Natur. Mehr Mensch. Technologie wird zum Reparaturwerkzeug für unsere gestörten Beziehungen, sie hört auf, uns vor sich herzutreiben.
… wie politisch das Ganze plötzlich wird. Sobald ich weiß, wie ich leben will, brauche ich Verbündete. Sonst bleibt es Fantasie. Zukunft ist kein privater Zeitvertreib, sie ist kollektiver Aushandlungsraum.
… wie schnell sich der Weg zurückzeichnet. Sobald ein Zielbild da ist, entsteht fast automatisch die Geschichte dorthin. Plötzlich sehe ich Schritte. Entscheidungen. Hebel. Ich weiß besser, was jetzt zu tun ist.
… wie sehr alles beim Menschen beginnt. Fast jede meiner Zukunftsideen hat ihren Ursprung im Inneren: im Umgang mit uns selbst, miteinander, mit dem Leben. Die entscheidende Frage ist nicht technologisch, sondern menschlich:
Was ist menschengerecht?
Was jetzt folgt, ist mein aktueller Stand. Nicht perfekt, stellenweise noch vage, aber in Herzblut getaucht. Mein persönliches Zukunftsmanifest:
Alle Völker und Staaten dürfen ihre politische Ordnung frei wählen und sich selbst organisieren. Gleichzeitig haben wir einen Mechanismus entwickelt, um Unrechtsregime gewaltfrei zu beenden. Jede Bevölkerung kann eine kleptokratische, unterdrückerische oder korrupte Regierung jederzeit stoppen – durch eine geheime Online-Volksabstimmung über die UNO.
Gibt es 66 Prozent Zustimmung für einen politischen Neustart, wird automatisch ein UNO-Mandat ausgelöst: Das Regime wird entmachtet und eine Übergangsregierung eingesetzt. Grundlage für eine geschützte Stimmabgabe ist eine World-ID, die jeder Mensch bei Geburt erhält. Sie verhindert Missbrauch und garantiert Anonymität. Nur die UNO kennt die Identität der Abstimmenden; nationale Regierungen haben keinen Zugriff.
Dieser Mechanismus hat Kleptokratien und Autokratien deutlich reduziert, ihnen klare Grenzen gesetzt und demokratische Prozesse gestärkt. Aktuell wird darüber verhandelt, wie Minderheiten besser geschützt werden können, die sich nicht mehrheitlich gegen Unterdrückung wehren können.
Wir können jegliche Art von Fleisch mit Zellkulturen nachbilden und noch leckerere Sachen herstellen. Massentierhaltung gibt es nicht mehr. Die jüngeren Generationen besuchen Tier-Gedenkstätten, wo das Leid von damals dokumentiert ist. Oft verlassen sie diese in Trauer und Tränen.
Dank der gelungenen Energiewende haben sich vielfältige Formen der Landwirtschaft entwickelt. Urban Farming in mehrstöckigen Gebäuden versorgt die Städte mit Gemüse, Kräutern und Beeren. Draußen, auf dem Land entstehen vielfältige Kulturen, dank Pflückroboter. Sie schaffen mehr Ertrag auf reduzierter Anbaufläche. So gedeihen mehrere Pflanzen nebeneinander, die einander unterstützen und vor Schädlingen schützen. Monokulturen sind auf dem Rückzug. Kleine, intelligent organisierte Farmen können wieder wirtschaftlich arbeiten.
Dank der Fortschritte der erneuerbaren Energien kann Meerwasser kostengünstig entsalzt und Wüstengebiete können bewässert werden. Mittlerweile sind in Vorderasien und Nordafrika große Grüngürtel entstanden, die ihre eigenen Mikroklimata bilden, Hitze und Dürre reduzieren und einen großflächigen Anbau erlauben.
Wir haben die Familie wieder ins Zentrum der Sozialpolitik gestellt – mit erweiterter Definition: Familie ist jede verbindliche Gemeinschaft von Menschen, die einander zugewandt sind und füreinander sorgen. Im Mittelpunkt stehen der Schutz und die Förderung von Kindern.
Jedes Kind hat mindestens zwei eingetragene Schutzpersonen – meist die biologischen Eltern –, die bis zur Volljährigkeit verantwortlich sind. Zusätzlich kann es beliebig viele registrierte Unterstützer geben, die konkrete Aufgaben übernehmen. Diese können finanzielle Beiträge steuerlich geltend machen. So wurde die alte Einsicht, dass ein Kind ein ganzes Dorf braucht, in moderne Strukturen übersetzt. Besonders kinderlose Menschen nutzen das Modell, um als Teilzeit-Eltern Verantwortung zu übernehmen.
Zugleich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass viele Menschen sowohl einen festen Partner als auch Raum für Liebesabenteuer wünschen. Der erweiterte Familienbegriff schafft dafür Wahlfreiheit – zwischen traditionellen und flexiblen Lebensformen.
Geschafft, wir haben die Autos aus allen Großstädten verbannt. Die Jetzt-Geborenen können sich gar nicht mehr vorstellen, wie laut und stressig und hässlich unsere Straßen einst waren. Stattdessen haben wir ein digital gesteuertes Sammeltaxi-System für Personen und Waren. Wenn ich heute ins Wochenende aufs Land fahren will, verpacke ich alles in einheitliche Transportkörbe, Kleider, Bücher, Essen und meine zwei Katzen. Ich buche ein Sammeltaxi, verfolge punktgenau, wann es eintrifft, lade meine Sachen in die beleuchteten Flächen des Laderaums und werde die 4 km bis zur Parkfläche am Autobahnzubringer chauffiert, genau vor mein Auto. Das Umladen braucht weniger als eine Minute. Die wenigsten haben noch ein eigenes Auto. Es ist einfach zu bequem, in das passende Gefährt zu steigen. Leih-Hubs gibt es in jedem Dorf – und wenn nicht: Die Tagessätze sind erschwinglich.
Der Begriff „Immobilie“ passt schon längst nicht mehr, denn unsere Behausungen sind so mobil wie unsere Bedürfnisse und Lebensabschnitte. Zwei große Wohn-Strömungen haben sich herauskristallisiert:
1) Modulares Wohnen: Mehrere große Anbieter bieten Wohnmodule und ein entsprechendes Kombi-System an. Die Module lassen sich je nach Bedarf erweitern, horizontal, vertikal, sie lassen sich einzeln kaufen und wieder verkaufen. In den Städten schließen sich Baugenossenschaften zusammen, um damit dauerhaftere und komplexe Wohnparks bauen. Die Module lassen sich mit wenig Aufwand individualisieren: Farbe, Wandverkleidung etc., so dass ein hoher Grad an Einzigartigkeit entsteht.
Daraus sind: 2) unzählige Formen von kloster-artigen Gemeinschaften entstanden, je nach Philosophie und Lebensabsicht. Es gibt Start-up-Kloster für diejenigen, die mit anderen im starken Ideen-Austausch Firmen gründen, Kunst- und Literaturklöster, 3-Generationen-Klöster für Kinderaufzucht und Altenpflege. Spezielle KI- und Softwareprogramme unterstützen bei Verteilungs-, Kosten- und Arbeitsmodellen, damit alle Bedürfnisse so gut wie möglich abgedeckt und gerecht verhandelt sind.
Unsere Straßen sind grüne Tunnel, wir können mitten in der Stadt waldbaden. Es gibt an jeder Ecke Kühl- und Ruhezonen. Ansonsten hat das gute alte Vereinsleben eine Renaissance erfahren und der bisherigen City-Funktion Shopping/Gastro/Arbeiten neue Impulse verliehen: Es gibt fast nur noch Clubs, denen ich beitreten und in deren Räume ich einchecken kann. Ein Club bietet Essen an, das von mehreren Garküchen gekocht wird. Ich kann dort auch selbst kochen – ein Art Instant-Catering. In einem anderen Club arbeite ich oder treffe mich mit Leuten. Dann gibt es verschiedene Shopping Clubs. Und Tanzclubs und Leseclubs. Und zig Kombinationen davon. Durch intelligente Dual- oder Triple-Raumnutzung ist in der Stadt 24/7 auf engstem Raum immer etwas los. Ich kann ein Buch lesen, mit Gleichgesinnten darüber reden, dann Tanzen gehen, dann 2 Stunden schlafen, dann mich zum Kaffee verabreden und die neuesten Espressomaschinen testen.
Ein Schulfach, das regelmäßig Staunen erzeugt, ist „Erziehungsgeschichte“: Dort erfährt man, mit welch albernen Methoden man versucht hat, uns Menschen kompetent, kenntnisreich und klug zu machen. Heute kann ein Achtjähriger sich in Quantenphysik vertiefen oder eine 90-jährige Hebräisch lernen, oder umgekehrt. Schulen gibt es nicht mehr, nur noch Lerngemeinschaften und Bildungsgänge. Rechnen, Lesen, Schreiben, Ästhetik, Lebensführung und Technologieverständnis bleiben die zentralen Kompetenzen, die ab 4 Jahren gelehrt werden. Es gibt ein ausgefeiltes Credit-System, in dem wir ein Leben lang unser individuelles Bildungs- und Kompetenzprofil ausbauen. Zentrale Bildungsphilosophie, die sich durch alle Lerngemeinschaften und Bildungsgänge zieht: von der konkreten Lebenswirklichkeit zu abstrakt-konzeptionellem Denken und erweitertem Fühlen, um damit unsere Lebenswirklichkeit weiter zu verbessern und neu auszurichten.
Parteien gibt es nicht mehr, sondern mehrere miteinander konkurrierende Thinktanks, deren Aufgabe es ist, bis zum Wahltermin stimmige Konzepte für die anstehenden Herausforderungen zu finden. Diese werden transparent entwickelt, Fortschritte und Diskussionen in Echtzeit veröffentlicht und durch ständige Feedbackschleifen aus Bevölkerung und Interessengruppen belastbar gemacht. Alle vier Jahre wird dann eines dieser Konzepte gewählt und der entsprechende Thinktank stellt dann die Regierung.
Hier gilt das Mehrheitswahlrecht: Der Gewinner darf „aus einem Guss“ regieren, muss aber seine Gesetze durch das Parlament kriegen. Das Parlament wiederum wird nicht mehr gewählt, sondern nach einem komplizierten Schlüssel ausgelost, um die Gesamtgesellschaft fair zu repräsentieren, also alle Schichten, Geschlechter, Berufs-, Alters- und viele andere Gruppen. Wir experimentieren immer noch damit, aber momentan muss jede Person antreten, die einen solchen Sitz gewinnt, man kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen vorher auf sein passives Wahlrecht verzichten. Allerdings ist so ein Sitz im Bundestag mit allerhand Privilegien verknüpft, so dass er eine attraktive Option ist.
Wir arbeiten in vernetzten Hubs und die Größe dessen, was früher mal ein „Konzern“ oder ein „KMU“ war, hat sich stark nivelliert. Jeder Hub hat einen philosophischen Kern, der bestimmt, was gemacht wird. Leitfrage dabei: „Was können wir mit dem, was wir haben und können, Nützliches tun?“ Dieses Nachdenken ist eher ein Nachspüren, und wir haben die Instrumente dafür, dies systematisch und produktiv zu tun. Wie in jedem vernetzten System ist die Verständigung darüber mittlerweile die Hauptarbeit. Den Rest erledigen die Maschinen, wobei: Handarbeit und körperliche Arbeit sind wichtig geworden – in Kombination mit einem neuen Körperbewusstsein und mit einer vielfältigen Arbeitsteilung zwischen maschinell und menschlich hergestellten Komponenten und Workflows.
Die Bildschirmarbeit ist stark zurückgegangen. Wir müssen nicht mehr so viel glotzen und bewerten, sondern ständig die Dinge und Workflows und Akteure miteinander verbinden. Das geht vor allem durch Hören: zuhören, reinhören, raushören – und stimmig machen.
Nach Jahrzehnten des intensiven Dialogs zwischen den Gläubigen verschiedenster Religionen hat man sich auf den Dachbegriff „das Große Ganze“ geeinigt – für Gott, Allah, Buddhabedeutet „Erwachter“ oder „Erleuchteter“. Ursprünglich bezeichnete das Wort in Indien jede Person, die religiöses Erwachen erlangte. Im Buddhismus meint es jemanden, der die ewige, höchste Wahrheit aller Dinge erkennt und andere zur gleichen Erkenntnis führt. Zunächst nur auf Shakyamuni bezogen, More und jede Entität, die das unfassbare universale Leben umfasst. Es gibt verschiedene Wege, sich ihm zu nähern, mit ihm zu leben und aus ihm heraus Erkenntnis und Kraft zu ziehen. Darüber wird sich ausgetauscht, gemeinsam geforscht – die Spiritualität ist wissenschaftlicher geworden und die Wissenschaft spiritueller.
Dabei ist der Bezug zum Körper, zur sinnlichen und emotionalen Wahrnehmung zentral geworden. Yoga, Tantra und andere Empfindungs-Erforschungs-Lehren gehören nun zum kulturellen Allgemeingut. Ziel dieser Bewegung ist die ständige Erweiterung des Bewusstseins und eine Tiefen-Kreativität, die unser Leben und Zusammenleben ständig erneuert. Das Herz als zentrales Wahrnehmungsorgan steuert nun den Kopf. Die ehemalige Kopfarbeit ist in Rechen-Maschinen ausgelagert und nicht mehr zentral für unsere Kultur.
Es heißt nicht mehr: „Ich denke, also bin ich.“ Sondern: „Ich gewahre, also bin ich.“ Das ist der Ausgangspunkt für das Zusammenführen und Koordinieren von Erfahrung – und für die Ausgestaltung unserer Zivilisation. „Was ist genuin menschlich?“ und „Was ist menschengerecht?“ sind nun die Leitfragen und nicht mehr, wie früher: „Wie funktionieren wir?“
Wir verstehen uns mittlerweile selbst als „Natur“, die mit ihrer natürlichen Umgebung in schöpferischer Beziehung steht. Das äußert sich auf vielfältige Weise: Gebäude sind Lebewesen, weil ihre Baustoffe lebendige organische Strukturen erhalten: Wurzelgeflechte erhöhen die Stabilität und Resilienz von baulichen Strukturen. Oberflächen sind bewachsen, mit Moosen und Gräsern. Bio-Engineering boomt sowohl dort als auch im bewussten Verwildern von Brachflächen und Wüsten, wo gezielt Impulse für eine erneuerte Bio-Diversität gesetzt werden.
Seither hat sich trotz globaler Erwärmung das Klima in vielen Regionen neu balanciert. Extremwetter können somit verringert und abgemildert werden, auch dank neuer Kühlsysteme, die durch den Überschuss an erneuerbaren Energien entstanden sind. Bio-Engineering und Eco-Repair sind nicht mehr scharf zu trennen. Wir Menschen schaffen ständig neue Lebensräume, ohne sie zu beherrschen oder auszubeuten, sondern zum Erhalt des Lebens. Und weil es unser Leben auf diesem Planeten bereichert und sichert.
Wir haben kaum noch Sachen, die nur maschinell/industriell hergestellt sind. Bei uns müssen Dinge Schönheit verkörpern oder schaffen. Und die, nach langer Forschung endlich Übereinkunft geworden, liegt weniger im Auge des Betrachters als in messbaren Kriterien. Wir wissen sehr genau, wie Dinge und Umgebungen auf uns wirken, und dementsprechend stellen wir sie auch her. Über das alte Design-Prinzip „Form follows Function“ lachen wir nur noch, jetzt heißt es „Form Creates Functions“. Tech-Komponenten sind fast immer mit Handgefertigtem oder Naturgefertigtem kombiniert. Unsere Computer sind zum Beispiel in Pflanzenkübeln eingebettet und werden dort gekühlt, die Ausdünstungen sorgen bei den richtigen Pflanzen wiederum für eine bessere Luftqualität und so weiter: Ein Ding-Gebilde, mehrfacher Nutzen. Und natürlich ist alles wieder neu konfigurierbar. Oder die Dinge verwachsen sich einfach.
Besitz reduziert sich auf wenige Ding-Gebilde, die den persönlichen Status oder die eigene Persönlichkeit markieren. Sie alle tragen zur Schönheit der Umgebung bei, je stärker, desto höher der Status. Ansonsten wird genutzt. Produktion und Konsumption fallen in unserer Kreislaufwirtschaft ineinander.
Es wird kaum mehr etwas verbrannt, um Energie zu erzeugen. Wir bauen an dezentralen, vernetzten Versorgungsstrukturen. Die zentralisierten „Energieriesen“ sind entweder verschwunden oder haben sich auf die Bereitstellung von kleineren, aber resilienteren Infrastrukturen verlegt. Jedes Dorf, jedes größere Unternehmen, hat sein eigenes Kraftwerk und mehrere Speicher.
Wenn Gemeinden Flächen zur Energiegewinnung bereitstellen, verdient jeder Haushalt automatisch mit, strukturschwache Regionen mit wenig landschaftlichen Reizen haben damit eine sichere zusätzliche Einkommensquelle. Regionen mit ausgeprägter landschaftlicher Schönheit investieren lieber in Tourismus.
Wobei: Unsere Solar- und Windparks sind nicht mehr so hässlich wie früher, sondern künstlerisch gestaltet und neue Lebens- und Spielräume schaffend. Nichts existiert mehr nur „Mono“. Und seit fast jedes Gebäude ein hübsches Hightech-Windrädchen und Solarflächen hat, braucht es nicht mehr so viele Giga-Komplexe.
Dieses Manifest ist für mich kein „To do“, das ich jetzt abhaken kann.
Es ist ein innerer Referenzpunkt geworden.
Ich merke, wie ich im Alltag immer wieder daran andocke – manchmal bewusst, manchmal eher nebenbei. Wie Entscheidungen plötzlich in einem anderen Bezugsrahmen stattfinden. Und wie sich bestimmte Fragen gar nicht mehr stellen, weil ich meine Richtung besser spüre. Was ich daraus mitnehme, ist eigentlich ganz einfach: Zukunft wird konkreter, sobald ich aufhöre, sie nur zu erwarten – und beginne, sie mir vorzustellen.
Im Buddhismus gibt es dafür ein interessantes Gegenstück: die Idee von Kosen-rufu.
Sie beschreibt weniger, wie die Welt einmal aussehen soll, sondern wie Veränderung überhaupt entsteht – nämlich von innen nach außen, Mensch für Mensch, Beziehung für Beziehung.
Das ist die Verbindung von buddhistischer Philosophie und persönlichem Traum:
Wir brauchen Bilder davon, wie wir leben wollen.
Und wir brauchen einen Weg, der bei uns selbst beginnt.
Wenn beides zusammenkommt, wird Zukunft mehr als eine Projektion. Dann hat sie zumindest eine Chance, Wirklichkeit zu werden. Wenn du magst, probier es aus. Schreib dein Zukunftsmanifest. Nicht perfekt, nicht vollständig, ein paar Absätze reichen.
Und dann: Teile es. Vergleiche es. Reibe es. Verbinde es mit anderen.
Stell dir vor, die Einstiegsfrage auf Partys und Dates wäre nicht mehr:
„Und was machst du so?“, sondern: „Und was für eine Welt möchtest du?“
So entstehen gemeinsame Richtungen, Zukunftskorridore.
Aus ihnen könnte ein Weg werden.
PS: Wenn Du magst, schick mir Dein Zukunftsmanifest – einfach so. Oder wir sprechen darüber, wie wir es hier veröffentlichen können.
DNA, Courtney Hadwin
Echoes of Velo, Slick Krugers
I GØT HOME, Ben L’Oncle Soul
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Enjoy!
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Das Beitragsbild ist diesmal nicht von mir, sondern von meiner Tochter. Gemalt mitten in der Corona-Krise. Da war sie 11.